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Initiative „Lehrplan vors Volk“: 12‘000 Unterschriften erreicht!

Flyer "Lehrplan vors Volk" (PDF)

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In den Medien:

Bern

Bisher kam der Widerstand nur von rechts, jetzt wird der Lehrplan 21 auch von links unter Beschuss genommen. Neben der SVP gibt es neu eine Opposition von einer Gruppierung aus SP-Politikern, linksliberalen Lehrern und Professoren, die eine 30-seitige Streitschrift...

 

Die linken Schulpolitiker sind endlich aufgewacht

Das war nun wirklich überfällig. Nachdem die gesamte Linke die Kritik am Schulwesen jahrelang darauf beschränkt hat, über angeblich fehlende Mittel zu jammern, kommt nun aus dieser Ecke...

 

Die grosse «Reformitis»: Umstrittene Reformen in Schweizer Schulen

Lesen durch Schreiben

«Lesen durch Schreiben» wurde Anfang der 1980er-Jahre vom Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen entwickelt. Es lässt Kinder individuell und nach eigenem Tempo das Schreiben lernen. Rechtschreibregeln werden erst später gelernt. Das führt zu teils katastrophalen Resultaten, vor allem schwache Schüler leiden darunter. Ähnlich ist die Kritik gegenüber dem Konzept «Schreiben nach Gehör».

Integrative Schulung

Seit gut zehn Jahren gilt das Prinzip, Kinder mit Behinderungen oder mit Lernschwierigkeiten nicht mehr in Sonder- und Kleinklassen zu unterrichten, sondern möglichst in die...

 

Diese Rechnung geht nicht auf

Nach der Kritik aus konservativen Kreisen kommt jetzt die Kampfansage der Linken: Für sie ist der Lehrplan 21 praxisfern, viel zu teuer und politisch nicht legitimiert

Bern Jetzt wird sogar Remo Largo ungeduldig. Der berühmteste Schweizer Erziehungsratgeber, Kinderarzt und Buchautor sagt: «Es ist höchste Zeit für das Eingeständnis, dass wir einen...

 

Banal bis ambitioniert: Das müssen die Schüler beherrschen

Der Lehrplan 21 listet die zu erwerbenden Kompetenzen detailliert auf – Beispiele aus dem neuen Regelwerk

Der Lehrplan 21 listet die Kompetenzen auf, die in der Schule erworben werden sollen...

 

Die lin­ken Schul­po­li­ti­ker sind end­lich auf­ge­wacht

 

Das war nun wirk­lich über­fäl­lig. Nach­dem die ge­sam­te Lin­ke die Kri­tik am Schul­we­sen jah­re­lang dar­auf be­schränkt hat, über an­geb­lich feh­len­de Mit­tel zu jam­mern, kommt nun aus die­ser Ecke end­lich wie­der ein kri­ti­scher An­satz in­halt­li­cher Art. Völ­lig zu Recht, denn vor bald zehn Jah­ren sprach sich das Volk mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit für ei­ne Har­mo­ni­sie­rung des Schwei­zer Bil­dungs­we­sens aus. Die so­ge­nann­te Bil­dungs­ver­fas­sung ver­pflich­tet seit­her die Kan­to­ne und den Bund zur Ko­or­di­na­ti­on und Zu­sam­men­ar­beit im ge­sam­ten Bil­dungs­be­reich. Schul­ein­tritts­al­ter, Schul­pflicht, Dau­er und Zie­le der Bil­dungs­stu­fen, Über­gän­ge im Sys­tem und die An­er­ken­nung von Ab­schlüs­sen soll­ten ge­samt­schwei­ze­risch ge­re­gelt wer­den. Die Kan­to­ne soll­ten zwar die Schul­ho­heit be­hal­ten. Die Ver­fas­sung ver­pflich­tet seit­her je­doch die Kan­to­ne und den Bund zur Zu­sam­men­ar­beit. Al­les in al­lem soll­te das Sys­tem ver­ein­facht wer­den, es soll­te vor al­lem ein­fa­cher wer­den, wenn ei­ne Fa­mi­lie mit Kin­dern von ei­nem Kan­ton in ei­nen an­de­ren um­zieht.

Doch das Ge­gen­teil ist pas­siert. Das Wirr­warr ist grös­ser denn je. Die Kan­to­ne strei­ten sich un­ter­ein­an­der mit viel Herz­blut, wann denn nun ge­nau wer mit wel­cher Fremd­spra­che be­gin­nen soll – ob­wohl al­le wis­sen, dass ers­tens der frü­he Be­ginn nicht viel bringt und zwei­tens die Ju­gend­li­chen nach der Volks­schu­le bes­ten­falls Eng­lisch kön­nen und die Kennt­nis­se der zwei­ten Lan­des­spra­che, sei es nun Deutsch oder Fran­zö­sisch, al­len För­de­rungs­mass­nah­men zum Trotz ei­ne Ka­ta­stro­phe sind. Bei der Dau­er und dem Ziel der Bil­dungs­über­gän­ge gibt es in­zwi­schen deut­lich mehr Sys­te­me als Kan­to­ne. Das geht mitt­ler­wei­le so weit, dass die Lehr­meis­ter den Zeug­nis­sen der Se­kun­dar­schu­le nicht mehr trau­en und ei­ge­ne Tests durch­füh­ren.

Was es braucht im Volks­schul­we­sen, ist ei­ne Rück­be­sin­nung auf das We­sent­li­che, auch und ge­ra­de bei der Har­mo­ni­sie­rung der Sys­te­me. Die Eck­pfei­ler sind klar: Wann man mit wel­cher Fremd­spra­che be­gin­nen soll, müss­te da­zu­ge­hö­ren, denn wie soll sich sonst ein Kind in der neu­en Schu­le zu­recht­fin­den, wenn die El­tern den Kan­ton wech­seln? Glei­ches gilt für die Lern­zie­le in Ma­the­ma­tik und in der Mut­ter­spra­che. Da­zu ge­hört auch der Zeit­punkt des Über­tritts in die Se­kun­dar­stu­fe. Und je­ner ins Gym­na­si­um und die Ant­wort auf die Fra­ge, ob es da­zu ei­ne Prü­fung braucht. Der Rest ist ge­re­gelt durch die An­for­de­run­gen an die Be­rufs­ab­schlüs­se oder die Ma­tur. Doch all das ha­ben die Bil­dungs­po­li­ti­ker mit ih­ren Be­am­ten nicht ge­schafft und statt­des­sen ei­nen neu­en Lehr­plan mit 363 Kom­pe­ten­zen und 2304 Kom­pe­tenz­stu­fen für Ne­ben­säch­lich­kei­ten er­fun­den. Für Schü­ler gä­be es bei so ei­nem Re­sul­tat ei­ne 2.

Ar­thur Ru­tis­hau­ser, Chef­re­dak­tor